
Liebe Freundin und lieber Freund der Ordnung,
Wir haben uns genau überlegt, welches Motiv wirklich festgehalten werden soll, den Film voll gemacht, Bilder entwickeln lassen und die schönsten Fotos anschließend in ein Album geklebt. Die Anzahl der Bilder war sehr überschaubar – und genau deshalb wurden Fotos oft viel bewusster angeschaut und aufbewahrt.
Mit dem Smartphone tragen wir unsere Kamera ständig bei uns. Fotos entstehen jederzeit und überall: beim Spaziergang, im Urlaub, im Restaurant, zwischendurch schnell ein Screenshot oder noch fünf weitere Bilder vom gleichen Moment „nur zur Sicherheit“.
Das Problem dabei ist zum einen das Fotografieren selbst. Wir sind seltener ganz im Moment, da wir dauernd das Bedürfnis haben, diesen Moment (stattdessen) festzuhalten.
Problematisch wird erst recht die enorme Menge an Bildern, die sich über Jahre ansammelt. Tausende Fotos auf dem Handy, weitere Bilder in Clouds, Messenger-Diensten, auf alten Computern oder externen Festplatten – und irgendwo zuhause vielleicht zusätzlich noch Kisten voller gedruckter Fotos aus früheren Jahren.
Viele Menschen fühlen sich davon inzwischen regelrecht erschlagen.
Nicht, weil ihnen die Erinnerungen unwichtig wären. Sondern weil die Masse an Bildern irgendwann dafür sorgt, dass man kaum noch etwas wiederfindet. Schöne Momente verschwinden zwischen Screenshots, doppelten Aufnahmen und unzähligen ähnlichen Bildern. Wir erreichen also genau das Gegenteil von dem, was wir durch das ständige Fotografieren eigentlich erreichen wollten!
Typische „Fotochaos-Kandidaten“ sind zum Beispiel:
Gleichzeitig wächst oft dieses diffuse Gefühl, sich „eigentlich mal darum kümmern zu müssen“. Aber es sind ja soooo viele Fotos.
Dabei muss Fotoordnung weder besonders kompliziert noch perfekt sein. Oft reicht bereits eine einfache Grundstruktur, um wieder deutlich mehr Überblick zu bekommen.
Während wir früher, im analogen Zeitalter, vielleicht einige Filme pro Jahr fotografiert hatten (= maximal 200 Fotos), entstehen heute innerhalb weniger Tage oft mehrere hundert Bilder. Viele davon bleiben einfach dauerhaft auf dem Smartphone gespeichert.
Dazu kommt, dass Fotos inzwischen an ganz unterschiedlichen Orten liegen. Manche Bilder befinden sich:
Gerade dadurch verlieren wir schnell den Überblick.
Oft fehlt dabei weniger die Motivation als vielmehr ein klares System. Denn wenn ich nicht genau weiß, wo ich anfangen soll, schiebe ich das Thema leicht vor mir her – und mit jedem Monat wird die Menge größer.
Viele machen den Fehler, sofort mit dem Aussortieren beginnen zu wollen. Sinnvoller ist es, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen.
Bei gedruckten Fotos bedeutet das vor allem, lose Bilder, Umschläge, alte Fotoalben oder Fotokisten einmal von überall zusammenzutragen. So sehen wir überhaupt erst, wie viel tatsächlich vorhanden ist.
Auch bei digitalen Fotos lohnt sich zunächst eine kleine Bestandsaufnahme:
Allein dieser erste Schritt bringt oft schon deutlich mehr Klarheit.
Alte Papierfotos haben oft einen besonderen emotionalen Wert. Gleichzeitig sind sie aber häufig über Jahre hinweg unsortiert in Kisten oder Schubladen gelandet. Und dazu hat oft die Qualität der Bilder sehr gelitten.
Hier hilft es, zunächst grob statt perfekt zu sortieren.
Eine einfache Einteilung reicht meistens völlig aus, zum Beispiel:
Wichtig ist vor allem, dass Fotos später leicht wiedergefunden werden können. Dafür braucht es kein kompliziertes Archivsystem.
Hilfreich sind dabei:
Natürlich ist es hier wichtig, die Negative immer jeweils bei den gedruckten Fotos aufzubewahren, um sie bei Bedarf später noch einmal vervielfältigen zu können!
Wer sehr viele alte Fotos besitzt, sollte außerdem nicht versuchen, alles an einem einzigen Wochenende zu erledigen. Gerade ältere Bilder wecken Erinnerungen, man bleibt hängen, schaut Fotos an – und das kostet Zeit.
Das ist völlig normal. Aber es macht ja auch Spaß!
Gerade bei Fotos fällt Aussortieren vielen schwer. Verständlicherweise – schließlich hängen oft Erinnerungen daran.
Trotzdem lohnt es sich, ehrlich hinzuschauen. Denn oft befinden sich unter den Bildern zahlreiche Aufnahmen, die wir uns wahrscheinlich nie wieder ansehen werden.
Dazu gehören zum Beispiel:
Oft reichen ein paar wirklich schöne Bilder eines Moments vollkommen aus.
Dadurch wird die Sammlung nicht nur übersichtlicher. Die Fotos, die wirklich wichtig sind, bekommen gleichzeitig wieder mehr Aufmerksamkeit.
Viele Menschen suchen nach dem perfekten digitalen Ordnungssystem und machen es sich dadurch unnötig schwer. In der Praxis funktionieren einfache Strukturen meist deutlich besser.
Ein sinnvoller Aufbau kann beispielsweise so aussehen:
Jahr → Anlass → Fotos
Zum Beispiel:
Mehr braucht es eigentlich gar nicht.
Zusätzlich kann es hilfreich sein:
Natürlich sollten die Fotos gut gesichert sein, also nicht nur lokal auf dem Handy!
Entscheide dich für eine Cloud und synchronisiere deine Daten regelmäßig (am besten automatisch) mit der Cloud.
Damit dein Handy nicht irgendwann explodiert, solltest du die Fotos dort auch regelmäßig ganz löschen.
Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich dir raten, drei Kopien der Daten zu machen.
Kopiere bzw. aktualisiere die Sicherheitskopien auch regelmäßig, am besten mindestens einmal pro Jahr.
Wichtig ist vor allem, dass das System im Alltag realistisch bleibt. Zu komplizierte Ordnerstrukturen werden oft nach kurzer Zeit nicht mehr gepflegt.
Und es ist wichtig, diese Strukturen dann ab sofort regelmäßig zu pflegen und nachzuhalten!
Besonders bei digitalen Fotos hilft es, das Thema nicht immer wieder ewig anzusammeln.
Wer regelmäßig kleine Schritte einbaut, verhindert automatisch, dass wieder riesige Mengen entstehen. Beispielsweise kannst du:
Dadurch bleibt die Fotosammlung dauerhaft überschaubarer – ganz ohne große Aufräumaktionen.
Das eigentlich Schöne an Fotos ist ja nicht das Speichern, sondern die Erinnerung dahinter.
Genau die geht heute oft verloren, weil Bilder zwar ständig aufgenommen, später aber kaum noch angesehen werden.
Deshalb kann es schön sein,
So verschwinden Erinnerungen nicht einfach irgendwo in der Galerie des Smartphones, sondern werden wieder bewusst wahrgenommen.
Letztlich geht es bei Fotoordnung hauptsächlich darum, die eigenen Erinnerungen wieder leichter finden und genießen zu können.
Brauchst du einen Anstupser, um endlich dein Fotoprojekt anzugehen? Dann bin ich gerne für dich da. Melde dich einfach bei mir.
Falls du jetzt ganz motiviert bist, auch allein loszulegen, umso besser!
Dein Ordnungscoach von einzweiDinge,
